So einfach kann in NÖ eigener Sonnenstrom erzeugt werden

Ewald Grabner | 29.09.2020

„Bei meinem Haus im Waldviertel hab ich die Photovoltaikanlage in einer Stunde selbst installiert“. Mit dieser unglaublichen Aussage machte mich mein Freund James (eigentlich heißt er Josef) neugierig. Ich wusste , dass steckerfertige Photovoltaik-Kleinanlagen schon seit rund 20 Jahren am Markt angeboten werden. Sie nennen sich Solarzwerg, PV-Minikraftwerk oder PV-Balkonmodul. „Kaufen, anstecken und sofort eigenen Sonnenstrom produzieren“ lautet der Werbespruch der Firmen. Dieser einfache Weg war in Österreich allerdings lange Zeit generell verboten.

Photovoltaik Kleinanlagen jetzt selbst installieren

Im Stromnetz der Netz Niederösterreich GmbH dürfen jetzt kleine PV-Anlagen bis 800 Watt Maximalleistung selbst installiert werden. Wobei „installieren“ ein einfaches Einstecken in die nächste Steckdose bedeutet.

Natürlich muss die Steckdose vorschriftsmäßig angeschlossen sein um z.B. die Gefahr eines Stromschlages auszuschließen. Eine Prüfung durch einen Elektroinstallateur ist sicher von Vorteil.

Der einzige Aufwand neben dem Kauf ist die rechtzeitige Meldung der Installation an den Netzbetreiber, das ist die bereits erwähnte Netz Niederösterreich GmbH. Die Leute am Service Telefon geben auch gerne Auskunft, ob das Gebäude in ihrem Netzgebiet liegt.

Natürlich können die Module nicht einfach an die Hauswand gelehnt werden. Eine sturmsichere Befestigung ist wichtig und wird in den meisten Fällen auch gleich mit den Modulen angeboten.

So kam mein Freund James zu seinen Photovoltaikanlagen

Eine Meldung in einer Zeitschrift seines Energieversorgers „Einfache Photovoltaik-Lösung um 529 Euro“ machte James aufmerksam. Eine eigene Photovoltaikanlage wollte er schon immer haben, aber Kosten von 8 – 10 tausend Euro und der Installationsaufwand erschienen ihm zu hoch. Die hier angebotene Kleinanlage passte zu seinen Vorstellungen. Angeboten wurde ein steckerfertiges PV-Modul, das etwa 320 kWh Sonnenstrom im Jahr erzeugt. Das spart 50 – 60 Euro an Stromkosten.
Die Anschaffungskosten sind dann in etwa 10 Jahren hereingespielt. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von über 20 Jahren ist die Investition wirtschaftlich. Und für den Klimaschutz ist es allemal eine lohnende Maßnahme.

James hat 2 Module bestellt und Anfang November 2019 montiert. Ein Modul hat er an der Südseite und ein Modul an der Westseite seines Hauses angebracht. Der Stromanschluss wurde hinter den Modulen in den Keller geführt und in die nächste Steckdose gesteckt. Die Installation dauerte etwa eine Stunde pro Modul – James ist eben gelernter Handwerker.

Die senkrechte Montage verringert zwar den Ertrag aber James meint: „Es geht mir eigentlich nicht ums Geld. Photovoltaik interessiert mich schon lange und jetzt habe ich das passende Produkt gefunden. Wichtiger ist mir der ökologische Vorteil von Sonnenstrom. Trotzdem freute ich mich über die erste Stromabrechnung. Von November bis Juli habe ich über 300 kWh weniger Strom eingekauft. Über das ganze Jahr rechne ich mit 500 kWh Einsparung.“
Ich freue mich mit ihm und wünsche ihm viel Freude mit seinen Anlagen zur eigenen Erzeugung von Sonnenstrom.

P.S.: Die genannten Produkte findet ihr im Online-Shop der EVN.

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