Meghan, Harry, was soll das?

Natalie Oberhollenzer | 18.02.2020

© CC BY 2.0 Mark Jones - Cropped from Flickr version: https://www.flickr.com/photos/rambomuscles/27537241539

Wenn Promis für Klimaschutz werben ist das eine löbliche Angelegenheit. Manchmal kann es aber auch ganz schön peinlich sein.

Im aktuellen Wirbel rund um das royale Paar fällt mir immer wieder eines ein – nämlich wie die beiden vergangenen Sommer wegen Ihres Engagements für den Klimaschutz in die Kritik gerieten.

Damals posteten die beiden adeligen Influencer auf ihren social media-Kanälen, sie würden den ganzen Monat Juli komplett dem Kampf gegen den Klimawandel widmen.

Eigentlich eine tolle Sache, möchte unsereins da denken, oder etwa nicht?

Nicht ganz. Denn bei genauerem Hinsehen wird einem schnell die Doppelmoral des Glamour-Couple gewahr. Die beiden fliegen in Privatjets zwischen England und Kanada hin und her, machen Übersee-Reisen nach Australien, Afrika, für kürzere Strecken steht gerne mal ein Helikopter bereit. Da ein Hummer-Dinner, hierfür ein neues Designer-Kleid, kurzum: die beiden blasen in ein paar Wochen ihres Lebens bedeutend mehr Treibhausgase in die Luft als viele von uns Normalsterblichen im ganzen Leben. Dabei gleichzeitig gegen den Klimawandel kämpfen zu wollen ist in etwa dasselbe wie lautstark zu verkünden abnehmen zu wollen während man ein paar Tafeln Schokolade in sich hineinstopft. Wobei… der Zustand ist mir gar nicht so fremd. Sagen wir es ist so, als ob ich sage, ich bin gerade dabei meine Wohnung auch Hochglanz zu polieren während ich einen Kübel ranziges Frittier-Fett auf den Boden schütte.

Leo ist glaubwürdiger

Jedenfalls ist die Credibility in Sachen Nachhaltigkeit bei den Stars nicht immer die, die sie gerne hätten. Leonardo di Caprio ist da schon um einiges glaubwürdiger, obwohl er wahrscheinlich auch nicht weniger um die Welt jettet als die beiden. Er engagiert sich aber schon länger und intensiver mit dem Thema. Er unterstützt zahlreiche Projekte und dreht Filme zum Thema, ist ein Schwergewicht unter den Klima-Aktivisten. Bei Arnold Schwarzenegger ist auch mehr dahinter. Als Gouverneur von Kalifornien brachte er einige Gesetze zugunsten der Umwelt durch.

Eine Menge Prominenter tun Gutes und reden mehr oder weniger laut darüber. Drew Barrymore versucht ihren Beitrag mit einer fairen Kosmetiklinie zu leisten. Julia Roberts lebt in einem Ökohaus. Kevin Kostner investiert laufend eine Menge Geld in die Forschung zu umweltfreundlichen Technologien. Stella McCartney designt vegane Kleidung. Die beste Band der Welt, die Ärzte, tourt umweltfreundlich. Viele spenden oder lassen sich als Botschafter für Projekte einspannen.

Weniger Schmalziges, mehr Inhalte

Das alles ist freilich besser als sich nichts darum zu scheren und so weiterzuleben wie bisher. Auf das „wie“ kommt es aber trotzdem an.  Ein paar niedliche bedrohte Tierbabys auf Instagram posten und „es wird Zeit zu handeln“ darunterschreiben ist eine Sache. Seinen Lebensstil zu ändern hat schon etwas mehr Substanz. Daher gilt, liebe Promis: Wir freuen uns, wenn Ihr in der Öffentlichkeit das durchaus geschätzte grüne Mäntelchen anzieht. Drunter stinken soll es aber bitte nicht!   

Kommentare

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    Apple Jack

    07.03.2020, 19:39

    Den co2 abdruck von prinz harald möchte ich nicht sehen… wobei besser als andere promis die gar nix tun – denkt immer dran apple jack macht apple dreck

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    Apple Jack

    07.03.2020, 19:36

    Den co2 fussabdruck von prince charming möchte ich nicht sehen… wobei besser als andere promis…

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    Frank Z.

    19.02.2020, 13:40

    Die machen doch nur ein bisschen Klima kaputt, um das große Klima zu retten!

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    David G.

    11.02.2020, 12:27

    David Gilmour – der Pink Floyd Gitarrist, hat letztes Jahr seine Gitarrensammlung versteigert. Der Erlös von 19 Millionen Euro hat Gilmour der Klimaschutzorganisation ClientEarth gespenden!

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