Komm mit auf Kräuterwanderung im Mai

Elisabeth Schaider | 30.04.2019

Foto: Brennnessel-Pesto und Bärlauch-Pesto, © wild-wuchs-natur
Brennnessel-Pesto und Bärlauch-Pesto

Im Wonnemonat Mai ist die Natur grün, üppig und voll von gesunden und vitalstoffreichen Wildkräutern. Die Auswahl an frischem Grün und essbaren Blüten ist jetzt besonders vielfältig und mit dem Sammeln kommt man kaum noch hinterher. Es ist einfach eine wunderbare Zeit im Jahr um raus zu gehen und fast vergessene Naturschätze wieder zu erkunden.

Heute nutze ich den Blog, um dich zu einer Kräuterwanderung einladen. Ich zeige dir, wie du mit einfachen Tricks essbare Wildkräuter sicher erkennen kannst, wo du sie findest und wie du sie im Jahreskreislauf für dich nutzen kannst- von wilden Salaten, Aufstrichen, Suppen und Co bis zur gesunde Hautpflege aus Küche und Natur.

Bevor es losgeht: Grundregeln für das Sammeln von Wildkräutern

  • Sammle nur Pflanzen, die du auch sicher erkennen kannst. Dabei helfen Wildkräuterwanderungen in deiner Region, z.B bei mir J
  • Bitte reiße keine Pflanzen ab, wenn du sie zuhause bestimmen willst. Mache lieber mehrere gute Fotos von der Pflanze.
  • In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen verboten – informiere dich über naturgeschützte Pflanzen und Gebiete.
  • Sammle nur so viel, wie du auch wirklich brauchst und maximal ein Drittel der Pflanzen, damit der Fortbestand gesichert ist. Zur Orientierung: “ Äpfel sammelt man in Kübeln, Kräuter im Korb und Knospen im Fingerhut“
  • Sei achtsam in der Natur und geh sorgsam mit ihr um! Pass auf, wo du hinsteigst! Wildpflanzen sind sensibel

Aber jetzt startet der Kräuterspaziergang im Mai mit den Wildpflanzen am Wegesrand:

Die Brennnessel

Wir kennen sie alle, die brennende Nessel. – leider sind ihre wertvollen Wirkstoffe noch für viele Menschen unbekannt. Sie ist jetzt der ideale Begleiter bei Reinigungskuren in Form von Tee, Saft oder Smoothies und vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit. Beim Ernten die Handschuhe nicht vergessen!

REZEPT: Brennnessel-Paste
Du brauchst:

  • 200 g Brennnesselblätter (ohne Stiel)
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 20 g Natursalz
  • 200 g natives Sonnenblumenöl  oder Olivenöl

So funktioniert´s
Alle Zutaten mit dem Stabmixer zu einer cremigen Konsistenz pürieren. In saubere Gläser abfüllen. Mit einer Schicht Olivenöl abdecken. Im Kühlschrank ein Jahr haltbar.
Du kannst anstelle von Brennnessel viele andere essbaren Wildkräuter verwenden.
Die Paste passt wunderbar zu gedämpften Erdäpfeln und einem Kräuterdip, zu Pasta, als Brotaufstrich, Risotto, Brotteig u.v.m.

Mai-Wipferl

Wenn im Mai von den Nadelbäumen die zarten, weichen und grünschimmernden Wipferl herunter leuchten, ist es Zeit, die jungen Triebspitzen zu sammeln. Die „Maiwipferl“ erhältst du von Fichten, Lärchen oder Tannenbäumen. Die wertvollen ätherischen Öle können krankmachende Bakterien durch ihre antiseptische Wirkung hemmen. Besonders zu Gute kommt uns die Heilkraft bei Husten. Der Maiwipfel-Honig ist ein altes, wirksames Hausmittel, das einfach und schnell zubereitet ist.

Aber Vorsicht beim Sammeln! Wenn du die Triebspitzen sammelst, wird das Wachstum des Baumes reduziert. Daher muss jeder auf die Menge achten, und niemals von einem Baum zu viel sammeln. Ok sind zwei bis drei Stück pro Ast. So kannst du ohne schlechtes Gewissen deinen Hustensaft herstellen.

Foto: Brennnessel-Pesto und Bärlauch-Pesto, © wild-wuchs-natur
Maiwipferl-Honig

REZEPT: Maiwipferl in Honig
Du brauchst:

  • ein Schraubglas
  • 1/3 frische Fichtenwipferl
  • 2/3 Honig

So funktioniert`s
1-2 cm lange Fichtenwipferl sammeln, mit dem Messer grob schneiden und in das Schraubglas schichten. Das Glas mit Honig füllen. Das Glas bleibt nun für 4-6 Wochen an einem warmen Ort stehen (nicht in die Sonne!). Danach filtrieren und in ein sauberes Glas füllen. Dunkel und kühl lagern. Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

Spitzwegerich

Die Pflanze wird interessant, sobald dich eine Gelse, Biene, oder ein anderes Insekt sticht, oder du von einer Brennnessel erwischt wurdest. Dann kannst du ein Blatt Spitzwegerich nehmen und zwischen deinen zwei Fingern reiben, bis der Pflanzensaft herauskommt. Diesen tupfst du direkt auf den Stich bzw. wo es weh tut. Wirkt in Sekunden! Der Spitzwegerich ist einer der besten Erste-Hilfe-Pflanzen bei kleinen Wehwehchen. Er schmeckt aber auch in Salaten, Aufstrichen, Suppen, Pesto und vieles mehr.

REZEPT: Salbe mit Anti-Mücken-Effekt
Du brauchst:

  • Lavendel-Ölauszug
  • Spitzwegerich-Ölauszug
  • 50 g Bio Olivenöl (oder Sonnenblumenöl, Rapsöl)
  • 5 g Bienenwachs (vegane Alternative: 3 g Carnaubawachs)
  • evt. 1-3 Tropfen ätherisches Lavendelöl
  • Salbentiegel

So funktioniert`s
In einem Topf werden die Öle und das Bienenwachs gemeinsam erwärmt, bis das Bienenwachs geschmolzen ist. Nicht kochen! Wenn Öl-Wachs-Mischung handwarm abgekühlt ist, 1-3 Tropfen Lavendelöl hinzugeben, in Gläser abfüllen und kühl lagern. Haltbarkeit: ca. 1 Jahr, bei sauberer Entnahme mit einer Spatel.

Anwendung: Die Salbe auf die feuchte Hautstelle auftragen, dann zieht die Salbe besser in die Haut ein. Zieht schnell ein und verschafft einen Schutzfilm vor ungebetenen Insekten und Mücken. Ideal auch als Nachtcreme im Sommer, oder bei Insektenstichen. Ist für Kinder geeignet.

Holunder

Es wird jetzt wieder Zeit für die weißen Blüten mit dem tollen fruchtigen Aroma – herrlich! Bei mir gibt`s im Sommer immer Holunderblütensirup. Damit kannst du tolle Getränke wie Cocktails, Bowle, „Spritzer“ oder eine erfrischende Kräuterlimonade zaubern – mit Minze, Zitronenscheiben und Holunderblüten. Holundersirup kannst du auch zum Verfeinern von Süßspeisen, Puddings, Cremen, und sogar in die Salatmarinade geben.

In der Naturapotheke dürfen die getrockneten Blüten nicht fehlen. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzstillend und fördern die Selbstheilungskräfte des Körpers. In Form von Tee sind sie genau das Richtige bei einer beginnenden Erkältung.

Foto: Holunder-Essig, © wild-wuchs-nazrur
Holunder-Essig

REZEPT: Holunder-Blüten-Essig
Du brauchst:

  • ein Schraubglas
  • 1 Teil Holunderblüten (oder andere essbare Blüten)
  • 2 Teile Bio-Apfelessig
  • 1 Handvoll Erdbeeren aus dem Garten

So funktioniert`s
Die Holunderblüten vom Stängel zupfen und ins Glas geben. Erdbeeren vierteln und ins Glas dazugeben. Mit Essig auffüllen, bis alles gut bedeckt ist. Für ca. 14 Tagen an einem warmen Ort stehen lassen (nicht in der Sonne) und immer wieder schütteln, damit das Aroma besser herausgezogen wird. Danach durch ein Feinsieb filtrieren und in einer Flasche abfüllen.

“Mit jedem Schritt und Tritt, welchen wir in der Natur machen, begegnen wir immer wieder neuen Pflanzen, die für uns höchst nützlich und heilbringend sind.“  ~ Sebastian Kneipp (1821 – 1897) Deutscher Naturheilkundler

Tu dir was Gutes, geh raus und entdecke die Welt der Wildkräuter!

Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick in die faszinierende Welt der Wildkräuter geben und es ist das eine oder andere Rezept für dich dabei.

Wenn du Lust auf mehr bekommen hast, es gibt regelmäßig einmal pro Monat einen Kräuterspaziergang im Jahreskreislauf. Alle meine Termine findest du hier!

Meine nächsten Kräuterwanderungen, Kochworkshops etc.

Deine Pflanzen-Expertin Elisabeth

Zum Nachlesen:

wir-leben-nachhaltig.at: Wildkräuterküche

wir-leben-nachhaltig.at: Wildkräuter

wir-leben-nachhaltig.at: Frühlingsküche

wir-leben-nachhaltig.at: Bärlauchpesto

Naturland Knigge: Darf ich Wildobst sammeln?

Kommentare

  • Avatar

    Elisabeth

    08.05.2019, 11:00

    Vielen Dank 🙂 Mir ist es sehr wichtig das die Rezepte einfach und unkompliziert sind, damit wir Wildkräuter im Alltag integrieren können.

    Antworten
  • Avatar

    Elisabeth Petz

    02.05.2019, 9:26

    tolle einfache Rezepte

    Antworten

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