Fenstereinbau mit Hanfwolle

Tino Blondiau | 01.01.2019

© T. Blondiau

Mein Neujahrsvorsatz, „ganzheitlich nachhaltig bauen“

Bei der Renovierung eines Hauses gibt es unzählige Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Von der Heizung über die Wahl des Putzes bis hin zur Farbe und Material der Fenster.

Nicht immer können die eigenen Wünsche umgesetzt werden, weil Handwerker und Baufirmen meinen „so a Bledsinn, des brauchen´s doch eh ned“ oder weil ganz einfach das Geldbörserl nicht prall genug gefüllt ist. Oft leidet die Nachhaltigkeit unter den oben angeführten Argumenten und daher wird z.B aus Kostengründen auf Kunststofffenster statt Holzfenster zurückgegriffen oder der Lehmputz nicht eingesetzt, weil die Baufirma meint das ist „a Bledsinn“. Dass es auch anders geht möchte ich mit meinem Hausumbau zeigen und mit einer erfreulichen Geschichte ins neue Jahr starten.

Mit neuen Fenstern ins neue Jahr!

Gerade in der kalten Jahreszeit, wird uns bewusst wie wichtig gute Fenster sind. Neben einem hervorragenden Wärmeschutz war mir wichtig, dass meine neuen Fenster dicht sind und keinen Lärm hinein lassen.

Der Fenstereinbau funktioniert so, dass in eine Maueröffnung das Fenster gesetzt und verschraubt wird. Damit das Fenster gut in die Mauer passt muss die Öffnung ein wenig größer sein. Der verbleibende Zwischenraum muss daher ausgefüllt werden. Früher wurde dafür Hanf oder Flachswolle eingesetzt. Heute wird ein Montageschaum (bekannt als PU-Schaum) auf Erdölbasis verwendet. Neben einem hohen Energieeinsatz bei der Herstellung, werden zusätzlich Hilfs- und Treibstoffe, die für Mensch und Umwelt bedenklich sind, verwendet. Für mich war klar, des kommt ma ned ins Haus.

Beim Fenster bestellen habe ich vereinbart, dass ich auf PU-Schaum verzichten möchte. Zu meiner großen Überraschung wurde mir gesagt das sei „kein Problem, sie müssen nur das Material selber besorgen“. Nach einer kurzen Internetrecherche habe ich eine Firma in Oberösterreich gefunden, die mir eine Kiste voll Hanfwolle geschickt hat. Kostenpunkt 15 Euro. Damit konnte ich sieben Fenster einbauen und mehr als die Hälfte ist mir sogar übrig geblieben. 

Flachs- und Hanfwolle einfach zu kaufen.

Mein Fazit:

Mit ein wenig Initiative, kann mit relativ wenig Aufwand viel erreicht werden. Das Einbauen selbst hat viel Spaß gemacht und ich konnte den Handwerkern gut behilflich sein. Wir haben die Hanfwolle mit einer Spachtel bzw. mit den Fingern gestopft. Das dauert ein wenig länger, aber nach dem meist eine Pauschale für den Einbau ausgemacht wird, hat mich das nicht gestört.

Kinderleichter Einbau ohne schädliche Materialien.

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