Dieses Jahr Weihnachten ohne Geschenkewahn!

Natalie Oberhollenzer | 12.12.2017

Weggeben tut auch mal gut, zum Beispiel einen Schuhkarton voller Spielsachen

Zu viel Blingbling, zu viele Kekse, zu viel Glühwein und zu viele Geschenke? Das muss nicht sein. Hier einige Ideen für ein Fest ohne übermäßigen Krempel und Stress.

Darf‘s ein bisschen weniger sein?

Das denken sich dieser Tage wohl wieder einige von uns, wenn sie die grell-blinkenden Lichterketten in den Straßen sehen oder die bis in die hintersten Winkel mit Glitzerquatsch ausdekorierten Schaufenster. Wenn schon Mitte Dezember so horrende Mengen an picksüßen Keksen und noch süßerem Punsch vertilgt worden sind, dass man einfach nicht mehr will. Und  vor allem wenn es um die Frage geht: Was schenke ich Hinz, was schenke ich Kunz, und was dem ganzen Rest?

Wichteln auf Südtirolerisch

Es gibt Abhilfe, zum Beispiel was den ganzen Geschenke-Wahnsinn betrifft. Engile-Bengile (hierzulande Engerl-Bengerl :)) ist eine Aktion, die ich aus meiner Heimat Südtirol kenne. Dabei wird innerhalb einer Gruppe, oft der Familie,  gelost, wer wen etwas schenken wird. In der Regel gibt eine Person nur einer anderen etwas. Eine nette Sache, zumal man sich bei dem einen Geschenk dann meist viel mehr bemüht, eben weil man nicht so Vieles kaufen muss. Wer noch ein Preislimit festlegt geht sicher, das jeder Etwas bekommt, dass in etwa dasselbe wert ist. Auch das spart Stress.

Weihnachten im Schuhkarton

Für die vielen von uns, die schon viel zu viel haben, haben sich soziale Einrichtungen sinnvolle Projekte ausgedacht. Wer mitmacht, macht anderen eine Freude und für einen selbst ist es auch ein gewisses Vergnügen – etwa wenn man einen Schuhkarton voller Spielsachen zusammenpackt, die im eigenen Haushalt nur mehr herumliegen. Man kann sie bei einem der vielen Annahmestellen des Hilfswerks „Geschenke der Hoffnung“ abgeben. Die sorgen dafür, dass die Boxen in die Hände von weniger wohlhabenden Kindern in Osteuropa und Asien gelangen. Wegen seines evangelikal missionarischen Hintergrundes (bei der Übergabe werden Bibelhefte dazu gereicht) ist die Aktion nicht nach jedermanns Geschmack. Dafür gibt es ähnliche, weniger verbreitete Projekte, die auf das Bekehren-wollen verzichten. Für Kurzentschlossene: Bis 14.12 sammelt zum Beispiel der Wiener Verein Treffpunkt Philosophie  noch Schuhschachteln voller Artikel für den täglichen Gebrauch oder Geschenksackerl, die an Bedürftige weitergegeben werden.

Umgekehrter Adventskalender

Auch eine sehr schöne Idee ist der umgekehrte Adventskalender: Mitmachende packen einfach ab dem ersten Dezember jeden Tag ein allgemein brauchbares Produkt (haltbare Nahrungsmittel, Shampoo, Socken…) in eine Kiste und bringen sie an Weihnachten in eine Sachspenden-Annahmestelle, wie sie beispielsweise die Caritas unterhält.

Keine dieser Maßnahmen bereitet so viel Stress wie es die Anschaffung eines Geschenkebergs für die meist doch recht anspruchsvollen Lieben tut. Auch der weihnachtliche Gedanke mit der Nächstenliebe kommt mindestens genauso gut zum Tragen. In dem Sinne: Ho Ho Ho!

 

Kommentare

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    Manuela

    16.12.2017, 12:01

    Wir in unserer Familie wichteln auch schon seit Jahren und ich würde es nie wieder anders haben wollen! Man weiß auch selber dann das eine Geschenk viel mehr zu schätzen.

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    Sonja

    12.12.2017, 19:21

    Die Idee mit den Geschenken für Kinder in Rumänien hat mir gut gefallen und dass die Geschenke ankommen und Freude verbreiten sieht man hier 🙂 : https://vimeo.com/21543525

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