Kosmetik unterm Weihnachtsbaum? Die wichtigsten Kriterien, die ihr beachten solltet

Elisabeth Teufner | 21.11.2017

Foto: Naturkosmetik zu Weihnachten verschenken, © L. Teufner
Foto: Naturkosmetik zu Weihnachten verschenken, © L. Teufner

Geschenkte Kosmetik – Ganz nett, aber meist eigentlich nicht mein Geschmack! Ist euch vermutlich auch schon öfters so ergangen, ihr habt ein Kosmetikprodukt geschenkt bekommen und wart leider gar nicht glücklich damit? Mir ist das schon einige Male passiert bzw. konnte ich das oft bei anderen miterleben. Langsam denke ich, dass viele, wenn sie nicht wissen was sie schenken sollen, als Notfallgeschenk „mal schnell“ Kosmetik oder Parfums wählen.

Seien wir mal ehrlich – wie schwer ist es für sich selbst die richtige Hautpflege zu finden? Geschweige denn für jemand anderen. Jede Haut hat andere Bedürfnisse und jeder bevorzugt andere Düfte. Hinzukommen zur heutigen Zeit die vielen Unverträglichkeiten und Kontaktallergien, die eine wohltuende und wirksame Hautpflege schwierig machen.

Was mich besonders freut ist, dass Konsumentinnen und Konsumenten bei Gesichts-, Haut- und Handcremen immer mehr auf natürliche Inhaltsstoffe großen Wert legen. Am besten soll Kosmetik ganz ohne Chemie und ohne exotische Rohstoffe sein. Das ist auch gut so!

Damit die Auswahl an Kosmetika leichter fällt und den Beschenkten mehr Freude bringt, hier meine wichtigsten Kriterien, auf die ihr achten solltet:

  1. Kosmetik-Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen wählen

Menschen verwenden täglich im Durchschnitt 10 (!!) Pflegeprodukte für die Körperpflege. Dazu zählen nicht nur Deo, Shampoo, Duschgel, Conditioner, Lippenpflege, Gesichtscreme, Handcreme, Körperlotion, Gesichtswasser etc., sondern auch alle kosmetischen Produkte, die zur Verschönerung verwendet werden, wie Lippenstifte, Rouge, Make-Up etc. Jedes Produkt enthält zwischen 20 und 50 verschiedene Inhaltsstoffe. Das ist schon eine ganze Menge an Chemie, womit wir unsere Haut täglich belasten! Oder?

Das Schlimme daran ist, dass es 10.000 zugelassene Inhaltsstoffe in der EU gibt, die für Kosmetik angewendet werden dürfen. Davon sind 1/3 hormonell wirksam, 2/3 davon sind Problemstoffe und können Allergien auslösen.

Natur- und Biokosmetik schneidet deutlich besser ab, ist aber auch nicht immer frei von Problemstoffen!

  1. Beim Kauf von Kosmetik auf Natur- und Biokosmetik achten

Es gibt europaweit keine einheitliche Regelung für den Begriff „Naturkosmetik“. Jeder/Jede HerstellerIn kann sich mit den Worten „natürlich“ oder „öko“ schmücken. Um herauszufinden, bei welchen Produkten es sich wirklich um natürliche Kosmetik handelt, helfen Bio- bzw. Naturkosmetik-Siegel.

Bei Naturkosmetik ist der Einsatz bestimmter Inhaltsstoffe verboten. Dazu zählen z.B. Parabene, Silikone und Inhaltsstoffen auf Mineralölbasis sowie synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Nur wer die Qualitätskriterien erfüllt, darf die Bezeichnung Naturkosmetik verwenden.

Mehr dazu findest du auf der wir-leben-nachhaltig Webseite.

  1. Die Inhaltsstoff-Liste (INCI-Liste) lesen

Es ist nicht immer einfach, unbedenkliche von bedenklicher Kosmetik zu unterscheiden. Gerade in diesem Bereich wird sehr viel „Green Washing“ betrieben. Der/die KonsumentIn wird mit den Aufschriften „Keine Parabene, Silikone oder Aluminiumsalze“ getäuscht. Es ist wichtig, immer – und ich meine wirklich immer – die INCI-Liste zu lesen! Zugegeben, das erfordert sehr genaues Lesen der Inhaltsstoffe.

Die wichtigsten Problemstoffe in der Kosmetik und wie du sie einfach erkennen kannst:

  • Synthetische Duftstoffe: Erkennung: Parfum, Aroma
  • Mineralöle als billige Fettgrundlage: Erkennung: Paraffine, Vaseline
  • Polyethylenglykole (PEG) als Emulgator und Feuchthaltemittel: Erkennung: Abkürzung wie PEG, Poly- zu Beginn des Wortes (z.B. Polyglykol, Polyethylen), oder am Ende des Wortes mit -ETH (Ceteareth-33)
  • Scharfe Tenside in Waschmitteln, Flüssigseifen und Babyprodukten: Erkennung: Abkürzungen wie SLS, SLES, ALS, SLSA, Sodium Lauryl Sulfat, Natriumlaurylsulfat, Sodium Laureth Sulfat, Naturiumlaurethsulfat
  • Parabene als Konservierungsstoff: Erkennung: Als Endung eines Wortes (Methyl- und Ethylparaben, Isopropyl-, Isobutyl-, Pentyl-, Benzyl- und Phenylparaben
  • Phthalate als Emulgatoren und Weichmacher: Erkennung: Abkürzungen wie DEHP, PBDE, BBzP, DEP, DBPoder am Wortende wie z.B. Mono-ethylphthalat, Dibuthylphthalate
  • Aluminium als Antitranspirant in Deos enthalten: Erkennung: Aluminium, Alumina, Aluminiumsilicate, Aluminiumchlorohydrate

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, das würde den Rahmen sprengen.

Mein Tipp: Hilfestellung beim Erkennen von Problemstoffen in Kosmetika geben zwei Apps, die ihr euch ganz einfach herunterladen könnt:

Die beiden Smartphone-Apps Tox Fox und Codecheck.info sind ideale Helfer beim Kosmetikeinkauf. Mittels Strichcode-Scan des gewünschten Produkts verraten die Apps ob hormonverändernde Substanzen enthalten sind bzw. geben sie Auskunft darüber, wie viele Stoffe bedenklich sind. Beide Apps funktionieren nach dem Ampelsystem: Rot bedeutet Hände weg!

Weitere Infos zu den Apps

  1. Kosmetik aus Küche und Garten selber machen!

Die einfachste, umweltschonendste und kostengünstigste Variante ist, Kosmetik selber herzustellen. Rezepte und Informationen dazu findest du auf www.wir-leben-nachhaltig.at  und unter www.wildwuchsnatur.at .

Brauchst du noch Anregungen und Tipps für selbst gemachte Kosmetik zum Verschenken? Dann schau vorbei auf facebook.com/wildwuchsnatur. Es gibt ab 1. Dezember eine Weihnachts-Challenge von mir, mit vielen wohltuenden DIY Geschenkideen aus Kräutern- und Grüner Kosmetik.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne und stressfreie Adventzeit!

Eure Elisabeth

Kommentare

  • Lisa

    22.11.2017, 15:59

    Wie findest du die vegane Handseife hier? ich finds einfach mega cool, aber leider n bisschen teuer :/

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst Dich zum Schreiben eines Kommentars auch mit Deinem wir-leben-nachhaltig-Account anmelden.