Was hat Radfahren mit „Sodamachern“ zu tun?

Gerald Franz | 07.02.2017

Foto: Radfahren ist Kult, © G. Franz, eNu
Radfahren ist Kult

Es mag euch schon aufgefallen sein – Sodamacher und Staubsaugerroboter liegen im Trend. Vor ein paar Jahren waren es vollautomatische Kaffeemaschinen – wer heutzutage seinen Haushalt aufpolieren will, hat einen Sodamacher, sprich eine Maschine, die aus Leitungswasser Sodawasser produziert, zu Hause. Marken gibt’s derweilen viele, in unterschiedlicher Form und Ausstattungsqualität. Als Wiener Leitungswasser-Genießer kann man über die Sinnhaftigkeit solcher Maschinen streiten, aber gut – ein Hoch auf die Bequemlichkeit (gilt übrigens auch für die Staubsaugerroboter). Nur, wer A sagt muss auch B sagen. Denn mit Sodamachern fällt, ob du es glaubst oder nicht, das wichtigste Argument mit dem Auto einkaufen zu fahren weg. Wie ich das meine? Nun, viele Personen nennen als Hauptgrund nicht mit dem Rad Einkaufen zu fahren, die fehlende Transportkapazität. Gut, es gibt mittlerweile eine schöne Palette an Lastenrädern, aber die sind wohl nicht jedermanns und jederfraus Sache. Für Freaks, für die Stadt, so hört man …

Also dann doch der PKW für die Einkaufsfahrt – geht ja scheinbar nicht anders? Doch Moment, welche großen, sperrigen Dinge werden denn im Normalfall gekauft? Die meistgenannte Antwort ist, richtig geraten, Mineralwasser. Also liebe autofahrende MineralwasserkäuferInnen – mit einem Sodamacher hat sich das Problem ja nun wohl erübrigt, oder? Oder? Ja, wer A sagt muss auch B sagen.

Ich weiß, die ganze Argumentationsführung ist etwas anstrengend und nervig, vor allem wenn man etwas anderes hören möchte. Worauf ich aber hinaus möchte ist, dass, wenn etwas Neues gekauft werden will, seien es Sodamacher, Staubsaugerroboter und Co., werden allerlei praktische Argumente gebracht, warum das nun notwendig sei. Wenn es allerdings um praktische Argumente zum Umstieg aufs Fahrrad geht, dann sind schnell viele Ausreden parat. Man richtet sich es also wie man es braucht – eben, ein Hoch auf die Bequemlichkeit.

Als Conclusio nehme ich wohl mit: mit praktischen Argumenten bringt man Leute nicht vom Auto aufs Rad, nicht mal eklatante Kostenvorteile würden dazu beitragen – irgendeine Ausnahme gibt’s sicherlich immer, warum ich doch das Auto brauche. Wenn, dann schafft man es nur mit emotionalen Ansätzen die Leute vom Radfahren zu überzeugen. So wie ich einen Sodamacher, einen Staubsaugerroboter etc. will, muss ich auch ein Fahrrad wollen – und dann damit fahren wollen. Warum?

Weil es hip ist, weil es chic ist, weil es trendig ist, weil ich damit meine Fitness steigern kann, weil ich dadurch schöner und knackiger werde, etc. Ja, liebe Nachhaltigkeits- und Umweltaktivisten/innen – vom Marketing können wir alle noch viel lernen. Wir leben in einer Überflussgesellschaft, weniger ist für viele schon mehr, einfacher ist für viele schon besser, … Das Fahrrad kann das alles, wir müssen es nur noch in die Köpfe, vor allem aber, in die Herzen der Menschen bringen!

 

PS: Wenn ihr jetzt überlegt den Einkauf mit dem Fahrrad nach Hause zu bringen, hier findet ihr Tipps für den Transport mit dem Rad.

Kommentare

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    Angelika Manner

    19.03.2017, 15:08

    sehr fein geschrieben!

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    Ingeborg Schweinzer

    23.02.2017, 14:32

    Ich fahre meistens mit dem Fahrrad mit Gitterkorb drauf einkaufen und alle Sachen im Ort erledigen. Nur wenn es regnet kommt mein Auto aus der Garage.

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