Spargroschen sinnvoll anlegen

Christian Mokricky | 27.09.2016

Foto: Erspartes,
Wohin mit dem Erspartem?

Meine Freundin E. ist selbständig, hat gut verdient und fragt sich nun, wohin mit den sauer verdienten Euros? Meinem Freund F. geht es nicht besser, seine Großmutter hat ihm nicht nur 1/16-tel eines schönen Bauernhofs im Weinviertel, sondern auch ihren „Spargroschen“ von immerhin € 15.000,- vermacht.

Warum ich das schreibe? Klar, beide wollen wissen, ob es eine ökologisch verträgliche und nachhaltige Anlage der Barschaft ist. Ich, eigentlich kein Experte in Finanzangelegenheiten, mache mich also schlau, weil Freunde nicht enttäuscht werden wollen.

Wer weiß schon, was mit seinem Geld passiert, wenn er/sie es einem Kreditinstitut anvertraut? Nachdem Geld ja kein Mascherl hat, kann die Bank damit Spekulation betreiben, Aktien von Rüstungsfirmen, Anleihen von AKWs oder Anteile an Gentechnikriesen erwerben. Der Gewinn bleibt anonym bei der Bank, denn Zinsen werden schon längere Zeit nicht mehr bezahlt. So gut, so schlecht.

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Ist das Sparschwein eine Alternative?

Jetzt GenossenschafterIn werden

Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont. – Ethische Anlagen, Kleinkredite in der Entwicklungszusammenarbeit oder Bausteine für  private Initiativen gab es zwar immer, doch das digitale Zeitalter bietet mehr. Seit 2015 gibt es ein Crowdfunding Gesetz, welches ermöglicht, dass speziell Start Ups privates Geld sammeln. Auf Plattformen werden die Projekte beworben, der/die InvestorIn wählt nach eigenen Gutdünken das Projekt und die Kapitalhöhe. Das Risiko trägt immer der Geldgebende.

Einfacher ist es, sich in der eigenen Gemeinde an einem Solarkraftwerk oder beim Stromversorger an einer Windkraftanlage zu beteiligen. Da gibt es Vertrauen, da das Umfeld und die Agierenden bekannt sind.

Selbst GenossenschafterIn einer nachhaltigen Bank zu werden, geht jetzt ganz einfach: Die Bank für Gemeinwohl sucht Menschen und Betriebe, die die Gründung mit Geld und Engagement unterstützen. Gut die Hälfte des notwendigen Kapitals wurde bereits aufgebracht.

Die Genossenschaftsbank ist eingebettet in das Modell der Gemeinwohlökonomie, der ja ursprünglich auch die Sparkassen verpflichtet waren und an der sich inzwischen über 2.000 Betriebe beteiligen. Die Idee hat eine nachhaltige Wirtschaftsform zum Ziel. Das sogenannte „gute Leben“ steht im Vordergrund. Dabei steht nicht die Gewinnmaximierung im Fokus, sondern eine bessere Welt für alle unter Wahrung der natürlichen Ressourcen.

Unterstützung bei der Auswahl der Anlage bietet auch das österreichische Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte.

Mein Tipp, für die nachhaltige, ethische Geldanlage

Mein persönlicher Tipp an E. und F. ist deshalb, Genossenschaftsanteile an der Bank zu erwerben und das verbleibende Geld in Betriebe, die erneuerbare Energie oder nachhaltige Produkte erzeugen, zu investieren. So wissen alle Beteiligten, was mit ihrem Geld passiert!

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