Die Batterie – das fremde Wesen in meinem e-Auto

Matthias Komarek | 06.09.2016

Batterie Tacho
Batterie Tacho

Die Batterie kann man durchaus als Herzstück eines e-Autos bezeichnen. Darum beschäftigt mich und auch andere Interessierte dieser Bauteil besonders stark. Ich werde immer wieder auf die Haltbarkeit der Batterie und der damit verbundenen Reichweite angesprochen. Somit habe ich mich dazu entschlossen, dem Thema „Batterie“ diesen Blogbeitrag zu widmen.

Für SchnellleserInnen die Conclusio vorweg: Die Batterie hält voraussichtlich viele Jahre und einige 100.000 km. Der Batteriehaltbarkeit und noch anderen Fakten, sowie Mythen ist die eNu im e-Auto-Faktencheck auf den Grund gegangen.

© M. Komarek

Batterie im Motorraum

Die Theorie besagt, dass man bei den heutigen Lithium-Ionen-Batterien, wie sie auch in meinem e-Auto verbaut sind, 1.000 bis 5.000 Ladezyklen schafft. Je nach verwendeter Quelle ergeben sich somit ca. 100.000 bis weit über 500.000 Kilometer. Und selbst nach dieser Zeit wäre die Batterie nicht „kaputt“, sondern die Kapazität lediglich bei ca. 75 % der Anfangskapazität. Sollte man mit dieser Reichweite immer noch auskommen, kann man natürlich immer noch weiter fahren!

Im Übrigen ist es auch nicht „die Batterie“ des e-Autos sondern es sind die vielen einzelnen Batteriezellen – beim Nissan Leaf fast 100, die alle samt einzeln getauscht werden könnten! In 5 Jahren kann ich dann eine ganz genaue Aussage zur Alterung und damit verbundenen Reichweitenverringerung meines e-Autos machen 😉

Foto: PV Überschussstrom, © M. Komarek

PV Überschussstrom in Batterie speisen

Ich habe selber bei meiner PV-Anlage für den Überschussstrom eine per Definition „kaputte“ Batterie eines Staplers im Einsatz. Für die mobile Anwendung hat diese nicht mehr ausgereicht, im stationären Einsatz verwende ich diese Batterie seit Jahren problemlos – mit verringerter Kapazität, was aber egal ist. Dieser Strom landet dann auch zumeist wieder in der Batterie vom e-Auto wenn dieses tagsüber nicht zuhause direkt den PV-Strom laden konnte.

Foto: Tachoanzeige, © M. Komarek

Batterie Tacho

Als zweiten Anhaltspunkt kann man die Garantiezeiten der Hersteller heranziehen – in der Annahme, dass sich das locker ausgeht und sich in 5 – 8 Jahren keiner herumstreiten will ob man jetzt 1 % darüber oder schon darunter liegt. Bei meinem Auto gelten 5 Jahre auf 75 % der Nennkapazität – diese ist auch aktuell im Tacho über 12 Segmente symbolisiert.

Nachdem wir das Auto jetzt genau 3 Jahre fahren dürfte somit die Batteriekapazität bereits laut interpolierter Garantie bei nur mehr 85 % liegen, demgemäß wäre das erste Segment in der Tachoanzeige schon weg und das 2. in Kürze. Was sagt die Praxis? Es sind noch alle 12 Segmente vorhanden und auch eine regelmäßige Fahrt zu einem ca. 90 km entfernten Ziel lässt über die Jahre keinen Trend erkennen, was die Restkapazität nach der Ankunft betrifft.

Foto: Batterie 3 Jahres-Service: Batteriezustand

Batterie 3 Jahres-Service: Batteriezustand

Auch beim kürzlich erfolgten 3-Jahres-Service nach ca. 36.000 km wurden unserer Batterie in allen Kategorien Bestnoten bescheinigt. Wir merken im täglichen Fahrbetrieb nach 3 Jahren keinerlei Batteriekapazitäts- bzw. Reichweitenreduktion! Die Antwort lautet somit nach wie vor: wir schaffen ca. 120 bis 150 km im normalen Fahrbetrieb. Das reicht bei uns bei mehr als 95 % der Fahrten locker aus!

Ich mache mir keine Sorgen was die Haltbarkeit der Batterien angeht. Somit blicke ich einer spannenden e-Mobilitäts-Zukunft freudig entgegen.

Kommentare

  • Matthias Komarek

    10.04.2018, 9:44

    Hallo Alexander!

    Es freut mich, dass dir der Blog zusagt 😉 Und ja, es gibt über das e-Auto hinaus bei der e-Mobilität viele – zum Teil – ungeahnte Möglichkeiten. Das von dir angesprochene e-Lastenrad mag zwar auf den 1. Blick für viele exotisch sein, aber ich finde ebenso, dass es zahlreiche Anwendungsgebiete dafür gibt! Auch hier gilt: einfach einmal testen und ausprobieren ob es für den eigenen Bereich passen kann.

    Mit e-mobilen Grüßen – Matthias.

    Antworten
  • Avatar

    Alexander Schuster

    09.04.2018, 17:17

    Hallo Matthias,

    danke für deinen tollen Artikel! Ich selber bin auch immer wieder erstaunt und fast erschüttert wie viele Mythen (und Lügen) es rund um das Thema E-Mobilität gibt…
    Spannend ist hierbei auch das Thema E-Bikes finde ich, wobei das ja mit der Muskelkraft wohl eher eine Art Hybrid Antrieb ist 😉 Neben dem Freizeitfaktor, sollten auch immer mehr Berufe darauf umsteigen! BEsonders im Urbanen Gebiet sollten beispielsweise DHL, DPD, UPS und wie sie alle heißen auf solche Räder umsteigen! Ein tolles Beispiel finde ich hier dieses Rad. https://www.sortimo.de/das-lastenfahrrad-procargo-ct1/. So könnte in Zukunft der Verbenner ganz aus unseren geschundenen Städten verschwinden.

    Grüne Größe aus Bad Gastein,

    Alexander

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst Dich zum Schreiben eines Kommentars auch mit Deinem wir-leben-nachhaltig-Account anmelden.