Mit dem Fahrrad auf Reisen

Gerald Franz | 02.06.2016

Mit dem Rad unterwegs!

Die Urlaubsplanung steht an? Wohin soll es gehen und welches Verkehrsmittel wird es werden? Das Flugzeug ist zu teuer, das Auto zu stressig, mit dem Zug ist es zu kompliziert? Warum nicht mal das Fahrrad in Erwägung ziehen – gerade zu den Jahreszeiten Frühling und Herbst?

Ich persönlich bin seit mehreren Jahren regelmäßig mit Freunden am Rad im Urlaub unterwegs und ich muss zugeben, diese Reisen sind schwer zu übertreffen, obwohl ich bereits weit gereist bin. Mit dem Rad kommt man vielleicht nicht unbedingt in die exotischsten Länder, das heißt aber nicht, dass man keine abenteuerlichen Dinge erleben kann. Ein Fahrradurlaub ist meist geprägt von unerwarteten Begegnungen, überraschenden Wetterkapriolen und vor allem vielen schönen Momenten am Rad aber auch beim verdienten Abendessen und Getränken nach einem bewegten Tag. Ich würde sagen Reisen mit dem Fahrrad hat eine ideale Reisegeschwindigkeit, man ist schnell genug unterwegs um an einem Tag viel Unterschiedliches zu sehen und zu erleben und langsam genug, um die Dinge zu erfassen und sein rundherum wahrzunehmen. Ein spontaner Stopp ist schnell gemacht, vielleicht unter einem schattigen Baum, auf einer erreichten Anhöhe oder am Flussufer, dort wo die Aussicht besonders gut ist.

Rast!

Rast!

Wer sich auf Radreise begeben möchte, kann im Kleinen beginnen. Selbst in drei Tagen gibt es bereits vieles zu erleben. Dazu eignen sich die vielen schönen, sehr gut ausgebauten Radwege in Österreich, vorwiegend entlang von Flüssen, allen voran der Donauradweg aber auch der Drauradweg, Traisenradweg, u.v.m. sind sehr schön und empfehlenswert. Zur Tourenplanung sollte man sich überlegen, wie viele Stunden man am Tag am Rad verbringen möchte, und zu Beginn mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 15 Kilometern pro Stunde kalkulieren. So würde man bei 4 Stunden radeln, ca. 60 Kilometer schaffen bei 6 Stunden reiner Fahrzeit ca. 90 Kilometer. Nicht zu vernachlässigen sind Steigungen und der Gegenwind. Am besten ist es sich für den Anfang nicht zu viel vorzunehmen. Zur Routenplanung gibt es Webseiten, Apps zur Routenführung am Smartphone oder Reisehandbücher mit Karten zu vielen bekannten Radwegen.

Bezüglich Fahrrad und Ausrüstung empfiehlt sich ein Trekkingrad mit stabilem Gepäcksträger und Seitentaschen, die es im gut sortierten Radfachhandel zu kaufen gibt. Bei der Ausrüstung sind Werkzeug, Luftpumpe, Pickzeug, Reserveschlauch sowie Regen- und Windschutz nicht zu vergessen. Ansonsten empfiehlt es sich das Gepäck eher schlank und damit leicht zu halten. Man braucht nicht viel auf einer Radreise. Eine Radlhose und einen Helm (bietet auch Schutz vor der Sonne) würde ich allerdings schon empfehlen. Ebenso ein zuverlässiges Fahrradschloss. Wer mit Kindern unterwegs ist, ist mit einem Fahrradanhänger sicherlich gut bedient. Lange Fahrten im Kindersitz, könnten für die Kleinen mitunter anstrengend werden.

Bezüglich Fahrrad und Ausrüstung empfiehlt sich ein Trekkingrad mit stabilem Gepäcksträger und Seitentaschen

Bezüglich Fahrrad und Ausrüstung empfiehlt sich ein Trekkingrad mit stabilem Gepäcksträger und Seitentaschen.

Wer jetzt noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, dem möge ich noch mal ans Herz legen: Radurlaube sind nicht nur relativ günstig, man vereint die Verbundenheit mit der Natur, den Bewegungsdrang und ein großes Freiheitsgefühl und kann dabei schöne gemeinsame Momente erleben. Eine absolute Empfehlung für RadlerInnen und alle die es noch werden möchten!

Kommentare

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    Ewald Gärber

    07.10.2016, 10:23

    Auch für mich sind Radurlaube und Radausflüge eine ideale Weise, um umweltbewusst abzuschalten und schöne Tage zu erleben. Ich bin schon den Donauradweg, Traisenradweg und den Drauradweg gefahren und Teilstücke am Enns- , Mur- und Salzach- und Marchradweg. Gerade die Flussradwege bieten auch viele landschaftliche Schönheiten. Das Tempo der Veränderung bei Radreisen ist für mich ideal. Aber auch die eine oder andere Passstraße haben mich schon verlockt. Wichtig ist für mich, jede Fahrradsaison einmal mit gemütlichen Touren zu beginnen und die Streckenlänge langsam zu steigern. Und keinen Druck von jungen, sehr sportlichen Radfahrern machen lassen. Es müssen nicht 130 km am Tag sein, genussvolle 60 km tun es auch.

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