Wozu Atomkraft?

Christian Mokricky | 11.04.2016

Atomkraft - nein danke!
Atomkraft - nein danke!

Heute bin ich nachdenklich. Ich erinnere mich an das fünf Jahre zurück liegende Ereignis, das jedes Argument für die Nutzung der Atomkraft widerlegen sollte.

Der Tsunami trifft am 11. März 2011 bei Minamisōma auf die japanische Ostküste und beschädigt das AKW Fukoshima Daiichi schwer. Was folgt ist die größte Reaktorkatastrophe seit Tschernobyl 1986. Eine Schmelze der Reaktorkerne in mehreren der sechs Blöcke macht eine Evakuierung von 150.000 Menschen aus der Region nötig. Mehr als zwei Jahre später bestätigt die japanische Regierung, dass die vollständige Wiederansiedlung der Bevölkerung nicht möglich sein wird. Wie viele Menschen letztendlich an den Folgen der Verstrahlung zu Schaden kommen wird nie geklärt werden.

Noch heute kämpft der Betreiber, Tepco, mit den Folgen der Katastrophe. Grundwasser dringt durch die Risse im Containment in die Reaktoren, in die Abklingbecken. Das verseuchte Wasser muss gelagert werden, in Summe unheimliche 800.000 Kubikmeter!  Die Bergung der geschmolzenen Reaktorkerne wird frühestens 2020 angenommen. Die „Aufräumarbeiten“ ziehen sich auf geschätzte 40 Jahre hin.

Der Atomausstieg einiger Staaten wurde beschlossen, die Energiewende in weiten Teilen der Welt gefeiert. Doch die Atomlobby ließ nicht locker und so wurde der Ausstieg in Deutschland verzögert, in Japan abgesagt. Ja, die Mitgliedschaft zu Euroatom gehört weiterhin zu den Bedingungen für eine EU-Mitgliedschaft, selbst wenn der Mitgliedstaat selbst keine Atomkraftwerke betreibt.

Was es heißt, wenn ein Reaktor explodiert, konnten ältere Menschen schon 1986 miterleben, als mit der Kernschmelze in Tschernobyl radioaktive Materialien über weite Teile Europas verteilt wurden. Milch, Wild, ja selbst Spinat musste auf radioaktives Cäsium kontrolliert werden. Ich erinnere mich noch genau – wir durften keine Pilze mehr im Wald pflücken und auch die lecker schmeckenden Himbeeren im Garten durften wir nicht mehr genießen. Heute, 30 Jahre danach, kann niemand abschätzen, wie viele zusätzliche Krebserkrankungen als Folge von Tschernobyl in Österreich auftreten. Die Kinder sind am ärgsten betroffen, deshalb wird weiterhin humanitäre Hilfe vor Ort benötigt!

Ich bin froh, dass sich die Bevölkerung Österreichs 1978 gegen Atomkraft ausgesprochen hat!

Meine Tipps:

Informationen zur Nutzung von Atomkraft einholen.
Bei der Gesundenuntersuchung Schilddrüse kontrollieren.

Atomkraft nein danke!

Kommentare

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    Josef

    20.04.2016, 13:22

    Ich erinnere mich daran, dass wir in der Schule Jod-Tabletten schlucken mussten … Die Bedeutung des Wortes Halbwertszeit habe ich damals gelernt – mit unglaublich großen Zahlen und Zeiträumen wurde die Gefährlichkeit von radioaktivem Material untermauert.
    Mich haben diese Erlebnisse das fürchten gelehrt – ich bin für erneuerbare Energie!

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    Peter

    13.04.2016, 20:05

    Ja ich kann mich auch noch gut erinnern als ich nicht im Sand spielen durfte und auch keine Beeren im Garten naschen dürfte 😷😱

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    • christian mokricky

      20.04.2016, 12:50

      Hallo Peter,
      es ist eigentlich grausam, aber Tschernobyl ist schon 30 Jahre her (26. 4. 1986) und noch immer werden erhöhte Werte von Cäsium ( Cs) 137 in heimischen Ökosystemen gefunden. Besonders Wildscheine enthalten noch radioaktives Cs 137. Für Vegetarierinnen interessant: Die höchste Verstrahlung wird beim Maronenröhrling gefunden und klarer weise gibt es regional große Unterschiede, je nach Niederschlag Ende April, Anfang Mai 1986. Durch die Messungen der Ages wird auch die Halbwertszeit verständlich: Cs 137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren, also ist noch die Hälfte des radioaktiven Cs in der Umwelt!

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