Für Haut und Haar

Sabine Schellander | 15.12.2015

Die Qual der Wahl

Hinsichtlich des Themas für meinen neuen Blogeintrag waren sich die „Wir-leben-nachhaltig-Blogredaktion“ und ich rasch einig: „Es muss etwas zum Thema Naturkosmetik sein.“„Cool“ dachte ich mir am Anfang. „Naturkosmetik“ ist voll meins und ein super spannendes Thema. Als ich dann aber anfing mir zu überlegen „WAS ich denn schreiben sollte“ bekam ich ein wenig Bauchweh.

Warum?

Naja, das Thema ist so groß, dass man da nicht einfach schnell eine Seite niederschreibt, aufsteht und geht. Es gibt einfach so viel zu sagen zu diesem Thema und nachdem ich mich nicht wirklich entscheiden konnte, WAS ich schreibe oder auf WAS ich mich beschränken möchte, habe ich jetzt einfach beschlossen, mehrere Einträge zu dem Thema zu schreiben.

Mal kurz zur Erklärung:

Betrachtet man das Thema Naturkosmetik näher, kommt man drauf, dass man über Labels, Zertifikate und Auflagen schreiben könnte oder über die Definition von Naturkosmetik im allgemeinen, von seiner eigenen Überzeugung warum man zu Naturkosmetik greift und nicht zu herkömmlicher, welche Produkte und Marken man bevorzugt und wo man diese bezieht oder auch darüber wie die letzte „Topfen-Schlagobers-Bananen-Avocado Maske“ gewirkt hat und wie viel Bier man sich über die Haare gießen muss, um wie ein brasilianisches Supermodel auszusehen.

Im Netz findet man zahlreiche Artikel zum Thema Naturkosmetik, wie Informationen zu den Vor- und Nachteilen, ganze Seiten mit Rezepten zum Selbermachen (die ich dringend für meinen nächsten Eintrag ausprobieren will) und diverse Fachartikel wie bspw. zum Thema Mikroplastik in kosmetischen Produkten.

Was mir als Erstes auffiel, ist die Tatsache, dass es wieder einmal keine einheitliche Definition für den Begriff Naturkosmetik gibt und damit auch keine klaren Auflagen, welche Kriterien und Standards Produkte aus diesem Bereich erfüllen müssen. Grrrrrrr.

Das ist der Moment, an dem ich mich immer wieder (denn das betrifft ja nicht nur den Bereich der Kosmetik sondern auch andere Produktgruppen) als Konsumentin mit einer nachhaltigen Ader ärgere. Denn ich will eben nicht Stunden im Netz verbringen müssen, um mir wirklich sicher sein zu können, ob das was ich kaufe auch wirklich „Natur“ ist und ohne Tierversuche und Mikroplastik auskommt.

Als Frau, die hin und wieder doch auf ihr Äußerstes achtet, überlege ich mir nämlich schon was ich mir auf Haut und Haar schmiere. Noch dazu wo mir meine Mutter schon mit zehn erklärt hat, ich muss mit spätestens 20 regelmäßig zur Kosmetikerin gehen und mir jeden Tag das Gesicht einschmieren, damit ich mit über 40 nicht aussehe wie über 60. Je älter ich wurde umso mehr verzichtete ich auf konventionelle Produkte und griff zur Naturkosmetik. Es erschien mir einfach logischer, mir Natur ins Gesicht zu schmieren als irgendetwas anderes.

Der Umstieg war aber gar nicht so einfach. Im ersten Augenblick erscheint einem die neue Creme oft „schweineteuer“ im Vergleich zu dem, was Frau bis dato beim Drogeriemarkt um die Ecke bekommen hat (wobei dies aktuell auch nicht mehr stimmt, denn man findet dort auch schon seit einiger Zeit Naturkosmetik-Marken, die preislich sehr günstig sind), verwendet man sie aber eine Zeit lang, fällt einem oft auf, dass man a. wesentlich länger damit auskommt und b. es sich auch oft besser anfühlt.

Um jetzt große Recherchen im Internet vorzubeugen, falls ihr auch so faul seid wie ich, schlage ich vor, Frau besucht einfach ihr Fachgeschäft ums Eck oder den Bioladen ihres Vertrauens und lässt sich dort beraten. Meist gibt es Probepackungen, durch die man sich dann „durchkosten“ kann und mir hat das geholfen, meine zwei Lieblingsmarken zu finden. Eine davon lass ich mir sogar immer wieder von meiner besten Freundin aus Griechenland mitbringen, wenn sie mal wieder auf Urlaub ist, da bekommt man die Produkte nämlich billiger. (Danke Süße an dieser Stelle!)

Zuletzt noch zwei kleine Tipps:

  1. Die Preise variieren oft ganz stark von Marke zu Marke. Ein wenig durchschauen, ausprobieren und recherchieren bleibt einem oft nicht erspart. Dafür zahlt es sich dann aus.
  1. Mein Tipp aus der Schwangerschaft: einfach ein schönes Bio-Öl kaufen (Mandel oder Jojoba) und dann mit ein paar Tropfen ätherischen Öl (Lavendel, Bergamotte, Salbei, Zitrone, etc.) je nach Lust, Laune und Gefühl mischen und als Körperöl verwenden. Das tut nicht nur der Haut gut, sondern auch dem Gemüt.

Und jetzt mach ich mich auf die Suche nach tollen Rezepten zum Selbermachen, damit ich Euch das nächste Mal etwas Spannendes berichten kann.

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Zutaten

Kommentare

  • Elisabeth Teufner

    31.12.2015, 10:48

    Liebe Sabine,

    Entschuldige meine späte Rückmeldung, ich war so mit Salben rühren beschäftigt, dass ich nicht früher zum antworten kam. Bei mir gab’s heuer nämlich Grüne-Kosmetik-Produkt unterm Weihnachtsbaum. Meine Lieben waren sehr begeistert davon.

    So, nun zu deinem Anliegen:
    Es gibt eine Menge Quellen & Rezepte auf die man Bezug nehmen kann. Eine davon wird mit Anfang März 2016 aktiv auf meiner Homepage http://www.wildwuchsnatur.at. Hier finden alle Natur- und Wildkräuterinteressierte (oder die es werden wollen) laufend neue Rezepte zur nachhaltigen Grünen Kosmetik, interessante Workshop-Angebote und noch mehr Tipps und Wissenswertes über Wildkräutern.

    Passend zum bevorstehenden Neujahrsbeginn 2016 habe ich euch ein paar Rezepte zusammengestellt, damit ihr frisch & schön in das neue Jahr starten könnt. Alle Rezepte enthalten keine Konservierungsmittel oder andere Zusatzstoffe, daher achtet bitte bei der Zubereitung besonders auf Sauberkeit (Hände gründlich waschen und die Zutaten nur mit einem Stäbchen aus den Gefäßen herausnehmen).

    Gutes Gelingen!

    Liebe Grüße
    Elisabeth Teufner
    wild.wuchs.Natur

    1.) Natürliches Deodorant für den ganzen Körper

    Zutaten:
    • ½ BioZitrone
    • 1 Teelöffel Zitronensaft
    • 100 ml stilles Wasser
    • ½ Teelöffel Natronpulver (Supermarkt)
    • 2 Tropfen ätherisches Zitronenöl

    Zubereitung:
    1.) Zunächst gilt es, die Zitrone zu schälen und die Schale fein zu reiben.
    2.) Die Zitrusfrucht auspressen, den gewonnen Zitronensaft mit den geriebenen Schalen sowie mit Wasser vermischen und rund eine Stunde ruhen lassen.
    3.) Nach Filtrierung durch ein Sieb das Natronpulver hinzufügen.
    4.) Das Gemisch in eine Sprühflasche füllen und gut durchschütteln.

    Haltbarkeit und Wirkung:
    Bei Zimmertemperatur gelagert hält das Deo ohne weiteres 1 bis 2 Wochen. Es verhindert nicht nur die Schweißbildung und desinfiziert, sondern macht noch dazu eine gute Laune.

    Tipp von wild.wuchs.Natur:
    Um die Haltbarkeit des Deodorants zu verlängern,empfiehlt es sich dieses im Kühlschrank aufzubewahren. Fügt man anstatt des Natronpulvers einen Schuss Wodka und etwas Honig bei, lässt sich ganz einfach ein köstlicher Limoncello kreieren. Passend zu Silvester 😉

    2.) Biene-Maja-Lippenpflege (50g) – Feuchtigkeitsspendende Honigpflege passend zur kalten Jahreszeit

    Zutaten:
    • 30 ml Bio-Öl
    • 1 Teelöffel Honig
    • 10 g Bienenwachs
    • 1 Tropfen ätherisches Vanilleöl (für alle, die einen etwas intensiveren Geruch bzw. Geschmack mögen)

    Zubereitung:
    1.) Alle Zutaten in einen Topf geben und an der Herdplatte solange erwärmen, bis sie flüssig sind.
    2.) Mithilfe eines Schaumschlägers oder eines Milchschäumers die Flüssigkeit aufschlagen.
    3.) Anschließend in ein Glas füllen und im Kühlschrank erkalten lassen.

    Haltbarkeit und Wirkung:
    Bei Lagerung unter Zimmertemperatur hält sich die Lippenpflege rund 6 Monate. In der kalten Jahreszeit eignet sich die Lippenpflege optimal um spröde, trockene Lippen zu befeuchten. Zudem ist es ein guter vorbeugender Sonnenschutz für die Lippen.

    Tipp von wild.wuchs.Natur:
    Bio-Sonnenblumenöl eignet sich besonders gut als Grundzutat. 1 Tropfen ätherisches Öl verleiht dem Lippenpflegestift eine besondere Note.

    3.) Kalte Hände adé (100 ml) – Durchblutungsfördernde und wärmende Salbe für Hände und Füße

    Zutaten:
    • ½ Apfel
    • 1 Esslöffel geriebener Ingwer
    • 1 Teelöffel Zimt
    • 100 ml Öl
    • 10 g Bienenwachs
    • 3 Tropfen ätherisches Vanilleöl

    Zubereitung:
    1.) Das Öl in einen Topf erhitzen und den geraspelten Apfel samt den Gewürzen beimengen.
    2.) Bei geringer Hitze rund eine halbe Stunde ziehen lassen und anschließend nach Filtrierung durch ein Sieb in ein Gefäß geben.
    3.) Dem Gemisch das Bienenwachs beimengen.
    4.) Bei Anwendung solange erwärmen bis das Wachs schmilzt und in ein Glas füllen

    Haltbarkeit und Wirkung:
    Die Salbe hält bei Lagerung unter Zimmerraumtemperatur 2 bis 3 Monate. Zimt und Ingwer haben nicht nur eine desinfizierende Wirkung, sondern fördern auch die Durchblutung und sind somit der Garant für warme, weiche und zarte Hände bzw. Füße auch in der kalten Jahreszeit. Der Zimt verleiht der Salbe zudem einen weihnachtlichen Duft.

    Tipp von wild.wuchs.Natur:
    Neben der Verwendung des Bio-Sonnenblumenöl empfiehlt es sich das Bienenwachs vom regionalen Imker und wenn möglich saisonale Äpfel für die Zubereitung zu verwenden. Um die Haltbarkeit der Salbe zu verlängern empfiehlt es sich diese im Kühlschrank aufzubahren. Gut in die Haut einmassieren.

    Antworten
  • Elisabeth Teufner

    17.12.2015, 19:54

    Aus meiner Erfahrung als Grüne Kosmetik Pädagogin kann ich euch 2 Tipps im Zusammenhang mit „gesunder“ Kosmetik mitgeben:

    1.) Selbst gemacht ist am besten und die Qualität der Zutaten entscheidet!
    Achtet darauf das die Zutaten hochqualitativen und biologischen Ursprungs sind und verwendet möglichst Rohstoffe, welche regional und saisonal erhältlich sind.
    Ich verwende zum Beispiel für meine Hautcremen meistens BIO Sonnenblumenöl und Bienenwachs vom Imker meiner Ortschaft. Das reicht um geschmeidige Lippen zu bekommen 😉 Die Qualität der zu verarbeitenden Rohprodukte macht im Endeffekt den Unterschied aus.

    2.) Kosmetik-Check mit der TORFOX App
    Zum Beitrag von Sabine Schellander möchte ich noch ergänzen: Nicht nur die Preise variieren von Marke zu Marke, sondern auch die Qualität der Produkte. Wobei die teuersten Cremes nicht immer die nachhaltigsten sind und manche Hersteller vertreiben sowohl qualitativ hochwertige, als auch minderwertige Kosmetika mit teilweise gesundheitsschädlichen Zusatzstoffen und hormonell wirksamen Chemikalien, unter dem selben Label. Daher empfehle ich euch vor dem Kauf von Kosmetika immer die Inhaltsstoffe genau zu überprüfen. Ich selbst verwende hierfür das TORFOX App. Damit kann man einfach per Scann des Strichcodes analysieren ob die Kosmetik bedenkliche Chemikalien enthält oder nicht.

    Probiert es unbedingt aus, selber Kosmetik herzustellen. Ihr werdet den Unterschied merken!
    Gutes Gelingen 🙂
    Liebe Grüße, Elisabeth

    Antworten
    • Daniela Capano

      18.12.2015, 10:08

      Hallo, die App ToxFox gibt bei Global 2000 zum Herunterladen ToxFox Kosmetik-Check-App

    • Sabine Schellander

      18.12.2015, 12:49

      super – merci!!!!

    • Sabine Schellander

      18.12.2015, 8:53

      Liebe Elisabeth,

      vielen Dank für Dein Kommentar und den Tipp mit der App!
      Hast Du vielleicht auch noch einen Tipp für Rezepte oder eine Seite, wo ich welche finde. Ich würde gerne ein paar Dinge ausprobieren für meinen nächsten Beitrag.
      Das wäre toll.
      LG Sabine

  • christian mokricky

    16.12.2015, 10:19

    mein Tipp! im Österreichischen Lebensmittelbuch gibt es eine klare Definition von Natur- und von Biokosmetik, an die sich alle Hersteller halten müssen! das ist vielleicht ein Unterschied zu anderen Ländern wie zB. DE wo auf die diversen, oft auch hilfreichen Labels verwiesen wird.

    Antworten
    • Sabine Schellander

      16.12.2015, 21:15

      Lieber Christian,
      super, Danke für die Info.
      Sabine

  • Rainer

    15.12.2015, 13:32

    Es gibt Naturkosmetik aus Niederösterreich. Man muss sie nicht unbedingt aus Griechenland importieren lassen 😉 Ich versteh auch nicht warum in Niederösterreich in den Spitälern immer noch fossiles Öl auf Babys geschmiert wird… Da würde es tatsächlich ein Umdenken brauchen…

    Antworten
    • Sabine Schellander

      15.12.2015, 13:42

      stimmt – es gibt jede Menge Naturkosmetik aus Österreich und das find ich ganz wunderbar! Als Frau bin ich dann aber auch immer wieder etwas heikel (und vielleicht sogar speziell) und vertrau auf die Creme XY und die lass ich mir dann gerne auch mal mitbringen!
      Und ein Umdenken braucht es dringend (nicht nur im Kosmetikbereich!).. alles Liebe Sabine

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